Ayurveda


Ayurveda ist eine der ältesten Gesundheitslehren der Welt. Sie wurde schon zwischen 1500 und 1000 v. Chr, im Rig-Veda, schriftlich dokumentiert. Ayurveda (Wissenschaft vom langen Leben) wurde hauptsächlich von Generation zu Generation mündlich in Indien weitergegeben. Wichtig bei der Beurteilung des seelischen und körperlichen Wohlbefinden des Menschen sind die drei Doshas Vata, Pitta und Kapha. Die Therapiekonzepte beinhalten Heilkräuter, Diäten, Massagen und selbst die Meridianen (analog der chinesischen Medizin) werden durch Druckpunkt-Massagen in die Behandlung einbezogen. In der ayurvedischen Behandlung steht die Herstellung des Gleichgewichtes der Doshas im Vordergrund. Auch diese Elemente werden in der jetzigen Zeit gerne übernommen, obwohl diese Gesundheitslehre schon frühzeitig über die arabische Medizin bis nach Europa vorgedrungen ist. Das spirituelle Weltbild der Inder verhindert sehr oft, das die bekannten Phytopharmaka im europäischen medizinischen Kulturkreis aufgenommen und angewandt werden und die englische Kolonialisierung ebenfalls viel Wissen zerstört hat.

Ich möchte bei den Hautkrankheiten die Erfahrungen relativieren, die klimatischen Bedingungen und der Hauttyp sind ein anderer in Indien. Deshalb lassen sich die Erfahrungen nicht so ohne weiteres übertragen. Dennoch sind die Ansatzpunkte bei den Diäten und der Anwendung von Gewürzen und die Zubereitung von Ölen sehr überdenkenswert. Der Aufbau der Massageöle mit einem Basisöl und der Zuführung von ca. 2% je Wirkstoffkomponete (ätherisches Öl oder Aufgussöl) lässt viel Spielraum zum experimentieren. Ein Vortrag von PD Dr. med Matthias Augustin im Psoriasis-Forum-Berlin gab mir auch ein Hinweis zu einem Bestandteil eines Ayurveda-Öl wo Paprika (Capsium annuum) enthalten war. Der Wirkstoff Capsaicin wurde sogar in einer Studie mit einer signifikante Verbesserung der betroffenen Haut getestet, jedoch ist die medizinisch wirksame Konzentration sehr schwierig einzustellen und beträgt auch nur ca. 0,025 %.

Eine Pflanze will ich kurz aus der ayurvedischen Medizin hier nennen, Neem (Azadirachta indica). Traditionell wird das Samenöl zur Empfängnisverhütung, die Blätter als Umschlag bei Pilzbefall der Haut und Ekzemen , die Tinktur der Rinde mit anderen entzündungshemmenden und reinigenden Kräutern bei Arthritis oder in der Landwirtschaft zur Schädlingsbekämpfung eingesetzt. Aber es gibt auch die Warnung Kinder, ältere und geschwächte Menschen sollen Neem nicht verwenden. So unbedenklich wie einige die indische Wunderpflanze hinstellen, ist sie leider nicht.

Hier möchte ich eine Abgrenzung vornehmen, nicht alle Wellness- und Beautysalons dürften den Begriff Ayurveda verwenden, denn alleine Massagen und Massageöle, Blütenbäder rechtfertigen diesen Begriff nicht.

 
 

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