Eigene Erfahrung mit der Schuppenflechte


Die ersten Medikamente die ich kennen gelernt habe waren Teersalben und Spritzen von Vitaminpräparate. Jede Woche zwo Spritzen und die Nadel konnte an einigen Tagen schon mal leicht stumpf sein, jedenfalls diese Methode ging nicht lange, die Einstichstellen im linken wie im rechten Arm gingen einfach aus und zum ersten mal schloss ich Bekanntschaft mit dem Köbner-Effekt. Kurz danach folgten Ölpackungen für den Kopf, die 24 Stunden drauf bleiben und um nicht die Bettwäsche und die Klamotten zu verschmutzen, mit einer Badekappe abgedeckt werden mußten. Wie ich ausgesehen habe, dies will ich nicht beschreiben. Es war eine Qual und wenn die Nachbarskinder am Wochenende gespielt haben, sass ich in der Stube und konnte nichts unternehmen, geschweige denn, sich zeigen. Die Produkte hatten wirklich den Nachteil, dass sie gewaltige Spuren in der Wäsche hinterlassen hatten und der Erfolg sich auch nicht so richtig einstellte, es meinen Eltern auch einfach zu viel wurde, den emersen Aufwand durchzustehen und was logischer Weise daraus folgte, der erste Abbruch einer Behandlungsmethode. Wobei bei der Beseitigung der Ölkopfpackung ein Kopfwaschmittel in Eigenbau sich in der Familie durchsetzte, Wofacutan mit einem Eigelb und einem Schluck Bier vermischt. Dies war eher der anfallenden Menge zu zuschreiben, aber es war nicht schlecht oder besser, es war sehr gut. Bald folgte die Lichttherapie auf UVB Basis. Dies war Ambulant und konnte einfacher gehandhabt werden, was auch später zur Anschaffung einer eigenen Hochdruckquecksilberlampe führte. Dennoch muß ich sagen, dass ich die Kindheit sehr gut in Erinnerung habe und die Krankheit sich nicht so stark in mein Gedächtnis eingegraben hat. Wir als Gruppe haben viel im Wald und Wiesenflur gespielt und getollt, Mist verzapft und sonst was angestellt. Dabei sind die ersten Erfahrungen mit der volkstümlichen Heilkunde bewusst oder unbewusst gesammelt worden. Verletzungen wurden mit Blättern vom Wegerich abgedeckt, Verbrennungen sind mit dem Finger im Weizenmehl gelindert worden, Schöllkraut ( der gelbe Saft mußte es sein und nicht der weiße ) zur Behandlung und Vernichtung von Warzen angewandt worden, ohne dabei zu wissen, dass dieses Kraut bei Einnahme zum Tod im Kreislaufkollaps führen kann. Auch die Haut machte in den blühenden Wiesen die Bekanntschaft mit den Kräutern und manchmal juckte die Haut auch richtig, besonders wenn man im hohen Gras sich an die Erdbeerfelder heranschlich. Einiges stammt von meiner Oma und andererseits auch von meinen Eltern, die auf meinen Wunsch auch mal die Küche der Notzeit nach dem Krieg gekocht haben. So sind Sauerampfer, Brennnessel und andere Kräuter keine unbekannten.

 


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